Die folgenden Informationen sollen Grundlagen für Exkursionen oder Wandertage im Mondseeland sein. Für Besuche in den Museen werden fallweise auch Führungen angeboten bzw. stehen auch museumspädagogische Blätter für Kinder zur Verfügung.

1. Die Geschichte des Mondseelandes im Überblick

2. Museen im Mondseeland

3. Wanderungen im Mondseeland (Vorschläge)

4. Sagen aus dem Mondseeland (Beispiele)


1. Die Geschichte des Mondseelandes im Überblick

Urgeschichte:

Menschliches Siedlungswesen lässt sich am Mondsee schon vor etwa 6 000 Jahren nachweisen. Im vorigen Jahrhundert wurden Pfahlfelder am Seeboden entdeckt und die zu Tage geförderten Funde ließen das Bild einer jungsteinzeitliche Kultur erscheinen, die den Namen Mondseekultur erhielt. Neben Fundstätten im Mondsee, Attersee oder Traunsee wurden auch Siedlungen in Bayern, Salzburg, Oberösterreich oder Niederösterreich gefunden, die zur Mondseekultur gezählt werden. Nach zahlreichen Fundbergungen und Forschungen wurde in Mondsee das Österreichische Pfahlbaumuseum errichtet.

Römerzeit:

Aus der Römerzeit wurden bei Grabungen im Bereich des ehemaligen Klosters Mondsee Reste von Bauten gefunden, die einem Gutshof aus der Kaiserzeit zugeordnet werden. Weiters sind mehrere römische Steine mit Inschriften oder Reliefs erhalten, vier davon sind in der Wand neben dem Portal der Stiftskirche eingemauert. Auf einem Stein ist über der lateinischen Inschrift in einer Doppelnische ein Ehepaar dargestellt. Die Frau trägt noch die alte keltische Tracht mit der „Norischen Haube“. Die Inschrift einer anderen schön gerahmte Platte aus Untersberger Marmor erzählt von einem Lucius Cotinius Martialis, der unter anderem Bürgermeister der nahegelegen römischen Stadt Iuvavum (Salzburg) war. Vielleicht diente diesem einst der oben beschriebene Gutshof als Sommersitz.

Das Klosterland

Im Jahr 748 gründete der Bayernherzog Odilo das Kloster Mondsee. Durch die Grabungen und Umbauten der letzten Jahrzehnte ist Mondsee heute das einzige Kloster Österreichs, das fast in seiner Gesamtheit archäologisch und bauhistorisch erfasst werden konnte. Man hatte die Erwartung gehegt, eine Siedlungskontinuität von der Römerzeit bis zur Klostergründung vorzufinden, an deren noch vorhandener Infrastruktur das Kloster hätte anknüpfen können. Nach dem derzeitigen Forschungsstand kann aber am Platz des heutigen Klosters eine durchgehende Besiedlung nicht nachgewiesen werden. Es wird maximal von einer Platzkonstanz, dem wiederholten Aufsuchen dieses Platzes nach mehr oder weniger großen Brüchen der Besiedlung, ausgegangen und es scheint, dass das Gebiet des heutigen Mondseelandes zur Gründungszeit des Klosters eine kaum besiedelte und überwiegend mit Wald bedeckte Landschaft war. Diese Annahme stützt auch die Kopie einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 748 im Mondseer Traditionsbuch, in der diese Gegend als Waldgebiet ausgewiesen wird.

Erst unter der Führung des Klosters hatte dann das Mondseeland seine religiöse, kulturelle und wirtschaftliche Prägung erhalten. Es entstand ein geschlossenes Herrschaftsgebiet, das mit dem Land um St. Wolfgang einst zu Bayern gehörte. Das Mondseeland war im ausgehenden Mittelalter rundum von ausländischen Grenzen umgeben (Salzburg als selbständiges geistliches Fürstentum im Süden, Westen und Norden, Österreich im Osten). Es ist nicht verwunderlich, dass sich in diesem vom bayerischen Mutterland abgeschnitten Gebiet Tendenzen zu einer selbständigen Landwerdung zeigten. Bezeichnend dafür sind Formulierungen in Urkunden wie „iudicum circa Mense (1251), advocatia et districtus de Maense (1280), territorium et districtus Maense (1285), districtus Maense (1285), land ze Maennse (circa 1300).

Als das Mondseeland 1506 im Zuge des Landshuter Erbfolgestreites an Österreich fiel, wurde diese Entwicklung unterbrochen. Verwaltungsmäßig war das Mondseeland im 15. und noch im 16. Jahrhundert in 6 Ämter und später dann in 12 Huten eingeteilt und die heutigen Katastralgemeinden gehen im Wesentlichen auf diese alten Strukturen zurück.

Die Frühzeit des Klosters

Auf dem Boden des alten Österreich war Mondsee das älteste und reichste Kloster, das nicht zugleich Sitz eines Bistums wurde. Nach dem Sturz der Agilolfinger wurde Mondsee Reichsabtei und 819 scheint es in der Aachener Klosterliste unter den bedeutendsten des fränkischen Reiches auf. 829 erhält die Abtei von König Ludwig dem Deutschen den Abersee und den dazugehörigen Forst, wobei in den Auseinandersetzungen mit Salzburg das Gebiet um St. Wolfgang behauptet werden konnte. Zwischen 833 und 837 wurde Mondsee mit dem Nonnenkloster Obermünster in Regensburg getauscht und kam so in den Besitz der Bischöfe von Regensburg. In den Jahren 976 bis 977 soll sich der hl. Wolfgang als Bischof von Regensburg in Mondsee aufgehalten haben, was schließlich zum Entstehen des bedeutenden mittelalterlichen Wallfahrtsortes St.Wolfgang führte.

Über Regensburg gelangte auch die vom rheinischen Kloster Siegburg ausgehende Reform ins Kloster. Der von Siegburg hierher berufene Abt Konrad konnte 1142 auch die freie Abtwahl durchsetzen und damit die unmittelbare Abhängigkeit zu Regensburg beenden. Er wurde ermordet und im Kloster als Seliger verehrt.

Blütezeit im ausgehenden Mittelalter

Im 15. Jahrhundert erlebte das Kloster eine Blütezeit. Abt Johann von Trenbeck (1415-1420) nahm am Konzil zu Konstanz teil und soll auch der Verfasser einer Geschichte desselben gewesen sein. Unter seiner Amtszeit entstand auch das prächtig ausgestattete Urbar von 1416. Der nächste Abt Simon Reuchlin (1420-1463) führte im Kloster erfolgreich die von dem Benediktinerkloster Melk ausgehende Reform ein. Fast alle Kirchen des Mondseelandes wurden neu gebaut, Klostergebäude erneuert oder in St. Wolfgang ein von Mondsee abhängiger zweiter Konvent gegründet. Unter Abt Benedikt Eck (1463-1499) stellte dort Michael Pacher nach Kirchenumbauten und Erweiterungen seinen Flügelaltar auf. In die Regierungszeit dieses Abtes fällt auch die Errichtung der heutigen gotischen Klosterkirche. Vom ehemaligen gotischen Flügelaltar des „Meisters von Mondsee“ sind noch Tafelbilder erhalten.

Kunst und Wissenschaften blühten und zur wirtschaftlichen Entwicklung trugen die Einkünfte aus der Wallfahrt nach St. Wolfgang erheblich bei. Für die Wallfahrer ließ Abt Wolfgang Haberl (1499-1521) die Hochkreuzkapelle in Mondsee erbauen und den Pilgerbrunnen von St. Wolfgang aus Glockenmetall gießen. Unter ihm wurde 1514 in Mondsee das Stiftsgymnasium gegründet, das bis zur Auflösung des Klosters bestand. Der „Meister von Mondsee“ schuf für einen gotischen Flügelaltar Tafelbilder von höchster künstlerischer Qualität, die Maler Albrecht Altdorfer oder Wolf Huber waren im Kloster tätig.

Reformation und Gegenreformation:

Infolge des Einflusses der Reformation fand im 16. Jahrhundert ein deutlicher Niedergang statt. 1566 befanden sich nur mehr wenige Mönche im Kloster und ihre Lebensführung wurde beklagt. Unter den aus dem bayerischen Kloster Niederaltaich gerufenen Äbten Hieronymus Gulden (1584-1592) und Christoph Wasner (1592-1615) kam es wieder zu Neueintritten und man versuchte die Ordnung im Kloster wiederherzustellen.

Die Gegenreformation war im Mondseeland früher als im übrigen Österreich erfolgreich abgeschlossen worden. Die barocke Kunstepoche brachte keine großen Neubauten, man beschränkte sich auf Umbauten und die Barockisierung der Inneneinrichtungen. 1626 errichtete der Salzburger Bildhauer Hans Waldburger den frühbarocken Hochaltar der Klosterkirche, im Jahr 1675 beauftragte Abt Coelestin Kolb (1668-1683) den Bildhauer Thomas Schwanthaler mit der Errichtung des Doppelaltares in St. Wolfgang. Wenige Jahre später (um 1678) kam der Bildhauer Meinrad Guggenbichler nach Mondsee, errichtete hier eine Bildhauerwerkstätte, heiratete eine Mondseer Bürgerstochter und blieb bis zu seinem Lebensende schaffend in Mondsee. Er zählt zu den größten Bildhauern des österreichischen Spätbarock.

Große barocke Feste wurden gefeiert wie 1745, als zum 600. Todestag des seligen Abtes Konrad dessen Gebeine für eine Woche feierlich nach Oberwang gebracht worden waren. Im Jahr 1748 beging man das 1000-jährige Bestehen des Klosters prunkvoll. Abt Bernhard Lidl, der auch Archivar des Klosters war, verfasste zu diesem Anlass eine lateinische Klostergeschichte, in der er viele heute verlorene Urkunden im Wortlaut abdruckte.

Kunst und Wissenschaft

Die Bedeutung des Klosters für die Kunst und Wissenschaft soll hier nur exemplarisch gewürdigt werden. Auf das Kunstschaffen im ausgehenden Mittelalter und in der Barockzeit wurde bereits hingewiesen.

Schon bald nach der Klostergründung entstanden bedeutende Werke des Buchwesens. Aus der Zeit vor 800 sind Bruchstücke von Evangeliaren erhalten, der vor 788 entstandene „Psalter von Montpellier“ war ein Gebetbuch Herzog Tassilos oder seiner Familie. Ein besonderes Denkmal der Sprachgeschichte sind die um 825 geschriebenen „Mondseer Fragmente“, die die früheste Übersetzung eines Teiles der Bibel ins Althochdeutsche enthalten. Das kann als Hinweis auf die Missionstätigkeit durch das Kloster gelten, man schreibt Bibeltexte in deutscher Sprache nur auf teures Pergament, wenn diese auch seelsorglich gebraucht werden. Auch die Mondseer Glossen aus der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts gelten als bemerkenswertes althochdeutsches Sprachdenkmal. Wichtige Urkunden zur Geschichte des ostbayerisch- salzburgisch- oberösterreichischen Raumes enthält der wahrscheinlich noch im 9. Jahrhundert geschriebene Mondseer Traditionskodex. Das Stift St. Florian verwahrt eine aus Mondsee stammende Handschrift mit Neumen, die ins 9. Jahrhundert datiert wird und als wahrscheinlich älteste Musikhandschrift auf österreichischem Boden gilt. Auch im 12. Jahrhundert erlebte die Mondseer Schreibschule und Buchmalerei einen Aufschwung. Auf die Kunstwerke aus dem ausgehenden Mittelalter und der Barockzeit wurde bereits hingewiesen.

Von Bedeutung für das geistige Leben des Klosters waren später die engen Beziehungen zur zwischen 1617 und 1622 gegründeten Salzburger Benediktineruniversität. Mondseer Professen studierten in Salzburg, wiederholt saßen Äbte im Präsidium und 11 Patres bekleideten zeitweilig auch eine Professur.

Die Auflösung des Klosters

Der erste im neuen Klosterjahrtausend gewählte Abt nannte sich wie der erste vor 1000 Jahren wieder Opportunus (1773-1784). Nach seinem Tod wurde die Wahl eines neuen Abtes untersagt und ein Administrator eingesetzt. 1791 fand die förmliche Auflösung des Klosters statt und es wurde als Dotationsgut dem Bischof des neugegründeten Bistums Linz übergeben. Als Folge der Kriegsereignisse von 1809 übergab Kaiser Napoleon das Kloster Mondsee mit seinen Gütern dem bayerischen Feldmarschall Karl Phillipp von Wrede. Im Besitz dessen Nachkommen blieb es als „Schloss“ und „Herrschaft Mondsee“ bis zum Verkauf von 1986.


Die Kirchen des Mondseelandes

Bis zu seiner Auflösung war das Kloster sowohl in grundherrlicher als auch in kirchlicher Beziehung der Mittelpunkt des Mondseelandes, alle Kirchen gehörten zum Kloster: Die Klosterkirche, die Pfarrkirche (abgebrochen), die Bürgesspitalskirche (profaniert), die Kirchen in Zell am Moos, Oberhofen und Oberwang. Als Filialkirchen sind noch die Konradskirche, die Mariahilfkirche, die Kolomanskirche und die Kirche von St. Lorenz erhalten. Alle diese Gotteshäuser sind neben ihrer religiösen Bedeutung auch Zentren der Kultur, Kunst und Geschichte, sie sind Symbole der Zusammengehörigkeit des Mondseelandes als historisch gewachsener Einheit. Sie wurden alle in dem Bildband „Das Mondseeland und seine Kirchen“ ausführlich dargestellt und beschrieben. (Ist an der Museumskasse erhältlich oder wird auf Wunsch zugesendet: € 7,30 + Porto. Bestellung unter Tel: 0664/1412631). Mit aufgenommen wurde die Pfarrkirche von Unterach, da diese Gemeinde heute zum Gerichtsbezirk Mondsee gehört und auch beträchtlichen territorialen Anteil am alten Mondseeland hat.

Wenig außerhalb der Grenzen des Mondseelandes liegen und lagen die zum Kloster gehörigen Kirchen von St. Wolfgang, Irrsdorf, Strasswalchen, Teichstätt (abgebrochen) und Abtsdorf am Attersee. Weiter entfernt waren die Kirche von Schönau nahe dem heutigen Bad Schallerbach in Oberösterreich und die Kirchen von Wieselburg und Steinakirchen in Niederösterreich.


2. Museen im Mondseeland

Die reiche Kultur- und Kunstgeschichte des Mondseelandes führte zur Gründung zahlreicher Museen. Führungen sind auf Anfrage möglich. (Mag. Reisinger, Tel.: 0664/1412631).

Das Österreichische Pfahlbaumuseum zeigt umfangreiche Funde und Forschungsergebnisse der weit verbreiteten „Mondseekultur“, einer Ausprägung der Jungsteinzeit, der bedeutende Fundstellen am Mondsee den Namen gaben.

Das Museum Mondseeland zeigt die ehemaligen Klosterräume mit dem Betchor der Mönche und der in Österreich einzigartigen mittelalterlichen Klosterbibliothek. Weitere Schwerpunkte sind Darstellungen aus der Geschichte des Klosters und des Mondseelandes, Einblicke in die Archäologie und Baugeschichte, Bedeutende Werke der sakralen Kunst, Buchmalerei und Volkskultur.

Das „Freilichtmuseum Mondseer Rauchhaus“ ist ein letztes Beispiel dieser früher hier allgemein verbreiteten Gehöftform, die keinen Rauchfang besaß, mit zahlreichen Nebengebäuden und alten Einrichtungen.

Ein Stück Verkehrsgeschichte behandelt das in einem ehemaligen Heizhaus beim See untergebrachte „Salzkammergut- Lokalbahn Museum“. Zahlreiche Lokomotiven, Waggons, Dokumente, Pläne, Modelle oder Bilder lassen diese 1957 eingestellte Bahn, die Salzburg mit Bad Ischl verband, wieder lebendig werden.

Das Irrseer Heimathaus in Zell am Moos zeigt die umfangreiche volkskundliche Sammlung und das Werk des 1999 verstorbenen Bildschnitzers und Sammlers Hans Mayrhofer.






3. Wanderungen im Mondseeland (Vorschläge)

Das Mondseeland verfügt über ein gut ausgebautes und betreutes Wanderwegenetz. Der Alpenverein Mondsee legt schon Jahrzehntelang eine Wanderkarte mit Wandervorschlägen und anderen Informationen auf. Sie kann in Mondsee erworben werden. Auch in anderen im Handel erhältlichen Wanderkarten ist das Mondseer Wanderwegenetz eingezeichnet. Wanderungen lassen sich auch mit Museumsbesuchen verbinden.

Wandervorschlag 1:

Der alte Wallfahrerweg durch das Mondseeland

Er führt von Strasswalchen her über Irrsdorf nach Oberhofen, das der erste Ort im Norden des Mondseelandes ist. Alle diese drei Kirchen gehörten zum Kloster Mondsee. Dem Irrsee entlang wird dann der ehemalige Wallfahrtsort Zell am Moos erreicht und schließlich der Ort Mondsee. An der alten Straße am Ortseingang steht noch heute die Hochkreuzkapelle mit spätmittelalterlichen Fresken. Sie war wohl einst für die einziehenden Wallfahrer an dieser Stelle errichtet worden. Beim See steht die Seekapelle mit einer Statue des hl. Nepomuk. Sie sollte die Wallfahrer vor Gefahren am See schützen, denn hier bestiegen die meisten von ihnen Boote und ließen sich bis Scharfling überführen. Von dort wurde der alte Weg über den Scharflingpass genommen. Über Fürberg am Wolfgangsee und die Wunderstätten am romantischen Falkenstein erreicht man schließlich St. Wolfgang.


Wandervorschlag 2:

Auf den Spuren Meinrad Guggenbichlers

Nähert man sich von Norden her dem Mondseeland, so kann man in der Kirche von Strasswalchen den Hochaltar, ein Frühwerk Meinrad Guggenbichlers, besuchen. In Irrsdorf und Oberhofen stehen wichtige Werke aus verschiedenen Schaffensperioden des Meisters, der zu den größten Barockbildhauern Österreichs zählt. In Mondsee erwarten den Besucher der ehemaligen Stiftskirche mehrere Altäre aus der ersten Schaffenszeit, als sich Guggenbichler vor 1680 in Mondsee niedergelassen hatte. Auch ein Spätwerk, der Sebastiansaltar von 1714, ist zu sehen. In der nahegelegenen Hilfbergkirche stehen drei Altäre von Meinrad Guggenbichler. Am Hang des Mondseeberges führt ein Wanderweg nach Oberwang, wo Guggenbichler am Hochaltar auch die plastische Gestaltung des „Altarschreines“ übernahm. Nähere Informationen geben das Buch über Meinrad Guggenbichler von B. Heinzl oder der Kirchenführer des Mondseelandes von A. Reisinger. (Ist an der Museumskasse erhältlich oder wird auf Wunsch zugesendet: € 7,30 + Porto. Bestellung unter Tel: 0664/1412631)

Wandervorschlag 3:

Der Pilgerweg zur Kolomanskirche

Von Mondsee aus führt ein markierter Wanderweg den Bergrücken des Kolomansberges hinauf bis zur Kolomanskirche. Sie steht auf einer kleinen Ebene oben am Gipfel und ist aus Holz gebaut. Über ihre Geschichte, Ausstattung und die Legende gibt der Kirchenführer „Das Mondseeland und seine Kirchen“ Aufschluss Der Rückweg kann dann über die Jausenstation Hochserner genommen werden.

Wandervorschlag 4:

Konradskirche und Konradsbrunnen

Diese Kultstätten erinnern an den gewaltsamen Tod des seligen Abtes Konrad von Mondsee. Sie liegen an der alten Straße, die von Mondsee den Berghang entlang nach Oberwang führte (heute markierter Wanderweg). Die Konradskirche liegt wenige Minuten außerhalb des Ortes Oberwang. Von dort aus führt ein leicht ansteigender Wanderweg zum Konradsbrunnen, der in etwa einer halben Gehstunde erreicht werden kann. Nähere Informationen über diese wundersamen Orte gibt auch hier der oben erwähnte Kirchenführer.

Wandervorschlag 5:

Vom Peststein zur Theklakapelle

Ausgangspunkt ist der Gasthof Drachenwand in St. Lorenz. Von dort aus nimmt man den markierten Weg in Richtung Drachenwand oder Almkogel. Gleich am Beginn des Weges befindet sich im Garten des Hauses St. Lorenz Nr. 126 (Emhofer) der Peststein, der vom Weg aus gut zu sehen ist. Es handelt sich um einen grauen Kalkstein mit darauf eingehauenen Buchstaben P.H.O. Michael Lindenthaler (1926) wusste davon folgendes zu berichten:

„Die Leute heißen ihn den Peststein, denn es soll der Sage nach unter demselben jener vierzehnjährige Knabe begraben sein, der im Jahre 1714 die Pest nach Mondsee brachte. Genannter Knabe soll aus Bayern vor der furchtbaren Krankheit, die daselbst wütete, geflohen sein und alle Orte, die auf seinem Weg lagen, namentlich aber Thalgau, St. Lorenz und Mondsee angesteckt haben. Im Bauernhause Wistauder ist er auf der Tenne gestorben und dann im Walde beim Kreithgütel, das damals ganz am Waldesrande stand, beerdigt worden. Vor etwa vierzig Jahren hat man nachgegraben und es sind tatsächlich Überreste eines menschlichen Skelettes gefunden worden. Die Knochen wurden wieder unter dem Steine, aber tiefer gebettet, wo sie heute noch ruhen.“

Geht man auf dem ansteigenden Weg weiter, erreicht man den Bergwald und nach wenigen Minuten die Thekla- Kapelle. Sie steht auf einer kleinen Ebene mitten im Wald neben dem Klausbach. Vor Jahren haben Vereine aus St. Lorenz die Kapelle restauriert und die Gemeinde ließ den vom Wurm stark zerfressenen hölzernen Altar restaurieren. Er ist eines der wenigen Beispiele der Neugotik im Mondseeland. Nach Einbrüchen in die Kapelle wurden eine gotische und eine barocke Bischofsfigur aus Sicherheitsgründen als Leihgabe ins Museum Mondsee gebracht, wo sie in der ehemaligen Klosterbibliothek ausgestellt sind. Die Thekla- Kapelle wurde erst nach 1864 erbaut. Zu dieser Zeit war an ihrer Stelle auf einem Baum eine Votivtafel mit einem Bild der hl. Thekla aufgehängt. Unterhalb der Kapelle steht noch ein Bildstock. Von der Entstehung der Theklakapelle konnte noch folgendes in Erfahrung gebracht werden:

„Der alte Modl (Martin Lettner vom Fischkäuffelhaus St. Lorenz Nr. 44) betreute den Bildstock unterhalb der Theklakapelle, die sogenannte „Kleine Thekla“. In der Christnacht konnte man, so sagte der Modl, an diesem Ort, wie auch bei jeder anderen Kapelle, in die Zukunft schauen – wenn man sich traute.

Über die Entstehung der Theklakapelle wusste er folgendes zu erzählen: Der Wirt zu Scharfling Wesenauer hatte die Aufsicht über die Klause, die den Klausbach irgendwo im Gebiet der Drachenwand zur Holzschwemmung aufstaute. Er wollte wegen eines Unwetters diese öffnen. Die Klause brach jedoch vorher und Wesenauer wurde von den Wassermassen überrascht. Er konnte sich gerade noch auf einen Baum retten, an dem zufällig ein Bild der heiligen Thekla angebracht war. Als Dank für seine Errettung ließ er die Theklakapelle erbauen. Als die Klause noch stand wurde das sogenannte „Brennert“, ein einst steiles Waldgebiet in der Drachenwand, für die Holztrift abgeholzt. Danach ging der Humus bis auf die nackten Felsen verloren. Jahrelang führte damals der Klausbach bei Gewitterregen braunes Wasser, das durch die weggeschwemmte Erde so gefärbt war. Der Holzrechen zum Auffangen der Stämme oder Scheiter befand sich im Bereich der heutigen Theklakapelle. Dort war auch der „Tristplatz“ (Triftplatz), auf dem das geschwemmte Holz gelagert wurde. Im Winter brachte man das Holz zum See, wo es mit dem „Stier“, einer Plätte, nach Scharfling gebracht wurde. Die gebrochene Klause wurde nie wieder aufgebaut.“ (Erzählt von Altbürgermeister Johann Nußbaumer, St. Lorenz Nr.45)

Auf einer Fichte vor der Theklakapelle war noch vor einigen Jahrzehnten ein Totenbrett angebracht. Es trug die Aufschrift „ML 1918“ und erinnerte an die Hanslbäuerin Maria Lettner in St. Lorenz. Das Hanslbauerngut besorgt schon seit Jahren die Beaufsichtigung und Pflege der Kapelle. Totenbretter wurden früher nach dem Begräbnis zum Andenken an die verstorbene Person auf Bäume oder Gebäude geheftet. Manchmal legte man sie auch nur auf Kirchwege. Im Museum Mondsee ist ein Totenbrett ausgestellt, im benachbarten Thalgau sind solche Totenbretter entlang der Straße zum Mooswirt noch heute zu sehen. In St. Lorenz ist dieser Brauch ausgestorben. Vom Leitenmichl, Leitenandrä und vom Schwalmbacher (Bauernhäuser in St. Lorenz) befinden sich noch Zeichnungen von Totenbrettern im Archiv des Heimatbundes Mondseeland.

Als Rückweg kann der direkte Weg von der Kapelle zur Straße in Richtung See genommen werden, der an der „Kleinen Thekla“ vorbeiführt. An der Straße angelangt, erreicht man in wenigen Minuten wieder den Gasthof Drachenwand. Er war früher ein großes Bauernhaus, das sogenannte Bachlehengut, das schon 1416 urkundlich erwähnt ist. Die Villa daneben war einst die Bachlehenmühle, der Bach fließt noch heute an beiden Häusern vorbei.


4. Sagen aus dem Mondseeland (Beispiele)

Das Mondseeland ist reich an Sagen und Legenden. Nach jahrelanger Sammeltätigkeit liegen nun über 120 solcher Erzählungen vor. Es ist geplant, diese Sagensammlung ab Mai 2004 in ansehnlicher Stückzahl in der mittelalterlichen Klosterbibliothek aufzulegen. Einzelpersonen oder Besuchergruppen wie Schulklassen können dann in der ruhigen und beschaulichen Atmosphäre der alten Bibliothek lesen. Wie bisher können auch die rekonstruierten Pulte zum „Lesen , wie im Mittelalter“ benützt werden. Nachfolgend einige Beispiele aus dem Manuskript:

Die Gründung des Klosters Mondsee

Der bayrische Herzog Uthilo (auch Odilo) jagte einst in den Wäldern am Mondsee. Dabei verirrte er sich, es wurde Nacht und in der Dunkelheit geriet er an den See. Beinahe wäre er in die Fluten gestürzt. Da trat gerade der Mond hervor und beleuchtete die Wasserfläche. Zum Dank für die Errettung aus dieser Gefahr stiftete er das Kloster Mondsee. (Berlinger, 1924)

Im Museum Mondsee hängt ein barockes Bild aus dem Kloster Mondsee, das diese Sage darstellt. Historisch ist, dass der Bayernherzog Odilo II in seinem Todesjahr 748 das Kloster Mondsee gründete. Ob er wirklich je hier gejagt hat ist zweifelhaft. Bemerkenswert ist allerdings der Umstand, dass die Gründungssage des nur 29 Jahre nach Mondsee gegründeten Stiftes Kremsmünster von einem tödlichen Jagdunfall eines Mitgliedes dieser Herzogsfamilie erzählt.

Die Entstehung des Mondsees

An einer Stelle des Mondsees ist eine Stange im Wasser befestigt. Hier stand vor grauen Jahren eine Burg auf einem kleinen Hügel, und da, wo der See sein Wasser ausbreitet, waren die herrlichsten Acker und Wiesen. Der Burgherr und seine Frau waren sehr fromm und ihre milde Hand spendete viele Wohlthaten. Bald bauten sich mehrere um den Burghügel an, und nach und nach entstund eine Ortschaft in deren Mitte sich auch eine Kirche erhob, in welcher besonders die heilige Maria verehrt wurde. Aber nicht immer sollte diese Ortschaft bestehen. – Der letzte Besitzer der Burg war seiner Ahnen unwert, er war gerade das Gegentheil von ihnen. So fromm und gottesfürchtig diese waren, in dem Grade war er gottlos und nichts war ihm mehr heilig. Da er mächtig war, griff er die benachbarten Ritter an, plünderte ihre Burgen und gab sie den Flammen preis. Doch die Gerechtigkeit Gottes erreichte ihn. Einst erschien die heilige Mutter dem Priester des Ortes im Träume und hieß ihn die Bewohner auffordern, diesen Ort zu verlassen, denn schwer ruhe der Zorn Gottes über demselben. Des andern Tages that der Priester wie es ihm von der heiligen Jungfrau befohlen war. Er rief die Leute zusammen, erzählte ihnen seinen Traum und forderte sie auf, diesen Ort zu verlassen. Sogleich waren alle dazu bereit, sie nahmen ihre Habseligkeiten und zogen fort, bis sie in die Gegend kamen, wo heut zu Tage der Markt Mondsee steht, da ließen sie sich nieder. Der Ritter sah den Zug von seiner Burg, lachte darüber und nannte sie alberne furchtsame Leute und brachte den ganzen Tag schwelgend mit seine Gesellen zu. Da zog sich Abends ein schreckliches Gewitter zusammen. Es ward immer heftiger, und bald stund es über der Burg. Doch ihre Bewohner ließen sich nicht stören. Da durchfuhr ein fürchterlicher Blitz die Lüfte und zündete die Burg an. Donner auf Donner folgte und unter furchtbarem Beben der Erde begann die Burg mit ihrer Umgebung zu sinken und augenblicklich füllte sich das Thal mit Wasser, das aus dem Spalten der Erde hervorqoll, so dass der Ritter und alle seine Gesellen in den Fluten umkamen. Der entstandene See wurde wegen seiner Halbmondform „Mondsee“ genannt. Bei anhaltend trockenem Wetter, wenn der Wasserspiegel niederer ist, will man die Spitzen des Kirchturms gesehen haben. Nach der mündlichen Erzählung eines Schiffers aus Mondsee. (Vernaleken, 1857)

Die Entstehung des Zeller- oder Jungfernsees

Der Name Jungfernsee gründet sich auf eine freylich märchenhafte, aber doch wohl mögliche Sage, eines jetzt noch da lebenden kahlköpfigen Greises. – „Dahier, sagt er, wo jetzt See ist, stand einstmahl ein Schloß und eine Kirche. Zwey Schwestern, wovon die eine ein Geitzhals, die andere hingegen wohlthätig, oder gar eine Verschwenderin war, erbten dieses Schloß. Diese machte nun jener öfters Vorstellungen wider ihre Leidenschaft, aber vergebens. – Daher drohte sie ihr endlich mit der Strafe Gottes, ja sie bethete sogar, so zu sagen, diese Strafe über ihre geitzige Schwester vom Himmel herab – und wie sie bethete, so geschah`s. Das Schloß mit den beyden Jungfrauen sammt der herumliegenden Gegend versank, und der gegenwärtige See kam im Vorschein. Ja, ja! Fährt der Greis fort, mein Vater und mein Großvater haben uns diese Geschichte öfters erzählt, und zu ihren Zeiten hat man an heitern Tagen, den Kirchthurm noch recht deutlich gesehen.“ (Salzachkreisblatt, 1812, S.16)

Der Autor dieses alten Zeitungsartikels nennt hier seine Informationsquelle, nämlich einen alten kahlköpfigen Greis.

Die Drachenwand

Dem Besucher des Mondseelandes springen neben dem mächtigen Schafberg auch die mächtigen Felsabstürze der Drachenwand ins Auge. Diese bildet mit der Schatzwand und dem 1329 m hohen Schober einen Teil der Grenze des Mondseelandes zu Salzburg. In einer Grenzbeschreibung der Herrschaft Wildeneck aus dem Jahr 1435 wird schon der „Trackhenstain“ erwähnt. Ziller (1977) leitet den Namen von „trache“ oder „tracke“ her, was soviel wie Drache oder Teufelsgestalt bedeutet. Es verwundert nicht, dass von dieser Felswand mehrere Sagen berichten, dazu einige Beispiele.

Das Felsloch in der Drachenwand

Zuoberst dieser Felsenwand ist merkwürdig ein Loch durch die ganze Wand, welches eine so große Kluft bildet, dass ein geladener Heuwagen wohl durchkommen könnte; - von Mondsee aus erscheint sie aber im Durchmesser von beiläufig 6 Schuch. – Hierüber besteht die uralte Volkssage: Zu St. Wolfgang habe der Teufel einst eine böse Jungfrau geholt, und sey damit in der Luftpost nach Mondsee gefahren. Unterwegs soll der dumme Teufel an diesen Felsen gestossen seyn, denn er auch durchstieß. Seitdem besteht dieses Loch zum Heile der Gläubigen; worin heut zu Tage noch der Schurz dieser Jungfrau gezeigt wird, welche Täuschung aber nur von einem darin erwachsenen Baume herkömmt, wenn derselbe vom Winde beweget wird. – Dieses Mährchen war in ganz Baiern und Österreich bekannt; denn die dorther häufig nach St. Wolfgang vorbeireisenden Wallfahrer erzählten sich selbes einander ganz gewissenhaft, und wer dieß nicht weiß, ist nie auf dem Mondsee gefahren !! (Salzachkreisblatt, 1812, S.1372)

Die meisten Wallfahrer, die über Mondsee nach St. Wolfgang pilgerten, nahmen einst den Weg durch den Ort zur Seekapelle und ließen sich über den See nach Scharfling rudern. Damals wurde diese Sage den Pilgern erzählt, heute erfahren sie die Teilnehmer von Seerundfahrten aus dem Lautsprecher. Sie zählte schon damals, wie diese heute bald 200 Jahre alte Zeitung berichtet, zu den bekanntesten und beliebtesten Sagen aus dem Mondseeland. Über Löcher in Felswänden werden anderswo ebenfalls Teufelssagen erzählt. So soll auch in Steinbach am Attersee der Teufel mit einer bösen Pfarrerköchin durch das Höllengebirge gefahren sein.

Die Drachenwand (anderer Version)

Die Drachenwand im Pfleggerichte Thalgau hat von einem Drachen ihren Namen, der daselbst in einer Höhle gehaust haben soll. Ein Ritter legte sich auf die Lauer, um den Kampf mit dem Unthier zu bestehen. Er baute sich sogar einen Wartturm und beobachtete von da aus lange Zeit die Felswand, bis es ihm gelang, den Schlupfwinkel auszuspähen, Zeit und Gelegenheit zu erkunden und so den Drachen zu tödten. Das soll zugleich der alten Burg Wartenfels den Namen gegeben haben. (Zillner, 1861, S.55 mit der Anmerkung: "Mündlich")

Der Wilderer und der Teufel

In St. Lorenz lebte einst ein Mann, der mit dem Teufel im Bunde war. Er war ein arger Wilderer. Ein Knecht wollte einst mit ihm auf die Jagd gehen und der Wildschütz lud ihn ein, mit ihm am nächsten Morgen ins Wartberger Holz mitzugehen. In der Früh aber sagte er den verbotenen Pirschgang mit der Begründung ab, daß dort heute der Jäger sitze. Der Knecht schlich sich daraufhin zum besagten Wald und richtig, dort saß wirklich der Jäger. Das konnte der Wilderer nur wissen, weil er mit dem Teufel im Bunde war. Einmal soll er sogar ein Feuer so ausgelöscht haben, indem er das Wasser mit einer Reitern (einem Sieb) herantrug.

Als der Mann im Sterben lag, wurde zum Versehen um einen Priester geschickt. Es war aber so viel Wasser, daß das Pferd bei der Fischersäge auf die Bloch hinaufsprang. Der erste und der zweite Geistliche mußten wieder umkehren, der dritte schaffte es bis zum Haus. Als er hineinging, rief eine Stimme: "Den wechan kriag i?" Da drehte sich der Priester um, ging verkehrt und sagte: "Den Zweiten." Der Zweite aber war das Allerheiligste, das er trug. Da fuhr der Teufel aus dem Zimmer und es stank so, daß man es nicht aushalten konnte. (Erzählt von Matthias und Frieda Eder - Höhlweichsel, 1989)